Samstag, 25. Februar 2017

e r k l ä r u n g

be vor die totale sprachwortschatzfinsternis uns ereilt
das schweigen sich in der stille ausbreitet wie nebel
in der wand des matterhorns, das alphorn erklingt
zum letzten gebet, dichter und dichter zusammen
rücken die denker, die heerscharen der ungläubig
staunenden dem propheten nachtrauernden ohne
aussicht auf erlösung aus dem tranceartigen schock
zustand der eine schlüssige begründung in der lücke
die sich aus dem fehlen einer leitkultur, oder wie dem
auch sei, einer leitfigur, die auch hammel veranlasst
kreativ über wiesen und auen bocksprünge zu wagen,
erklärt, erkläre ich hiermit: Das schweigen ist gebrochen
es sind noch worte übrig, die verwendung finden wollen
©dherrmann ~ meermaid

Dienstag, 10. Januar 2017

bim bam horrido lobet den herrn ...



bim bam horrido lobet den herrn hallelujah
die glocken vom kirchturm sollten läuten
der muezzin von der kuppel es verrufen
ins sein gebet einschließen der klösterliche
mönch der kardinal im purpurnen ornat
orchideen auf fenstersimsen hinter wolken
gardinen entfalten ihre ganze pracht die
margeriten am straßenrande freudig
wippend nicken durch haupt und neben
straßen lauter ruf erschallen und fenster
öffnen alle nachbarinnen die hunde bellen
katzen miauen der hahn kikirikie-en und
hühner um die wette gackern losverkäufer
nur treffer losen spendieren hosen eine
runde schnaps und starkbier in der nächst
gelegenen kneipe und korken knallen
in der guten stube hullygully die röcke
fliegen ist ein singen und klingen inder luft
von jasmin und lavendel flieder duft konfetti
regen von dächern an masten fahnen bahnen
luftballons über den marktplatz steigen
papierschlangen in neon bunten farben
aus rathaus und parlamentsgebäuden
hängen trommel und pfeifenchöre auf
marschieren und das fell muss platzen
glücksfee und dummer august wirbeln sich
im kreis herum dideldideldumm die geigen
im himmel hängen und der fiedler dem
schornsteinfeger aufspielen im hafen
nebelhörner tuten und der kapitän die
anker lichten und segel setzen für eine
triumphale schiffsparade den fluss auf
wärts und ringelpiezt mit anfassen im
großen tanzsaal an der promenade mit
freuden feuer und kerzen brennen und
die leute alle flennen wenn der bariton
von der berühmten scala die champagner
arie anstimmt das schauer über rücken
laufen und tränen über wangen ......
ja dann des mondes scheibe silberhell am
abendlichen firmamente wolkengebirge
verklärt und hereinbricht die nacht
den abschluss eines tages bildend
an welchem außergewöhnliches
geschah so dass der freuden röte
sich über blass verzagtes antlitz gießt
die vergrämten lippen dauerlächeln
das herz im überquellen begriffen ist
dann ja dann ... erheben sich die sinne
in die höh erleuchtet sich die stirn verlaufen
sorgen sich ins abseits und der morgen
zukunft erscheint in rosarotem licht
ein solch ereignis welches heiteres
entzücken glückseligkeit sich wiegen
hervorgerufen bleibt bis hier her noch
geheimnisvoll verschwiegen und im
geheimen wissen der verschreibenden
autorin
© dherrmann ... liegen ... aber nicht mehr
lange

Sonntag, 8. Januar 2017

sprachfehler



sprachfehler der bevormundung schonungsloses artikulieren der wahrheit verstockt bleibt die kehle im dauerzustand des zurückhaltens schwalllaute blasen sich auf und das system scheint kurz vor dem zusammenbrechen ... da
eine lösung in sicht, als der klingelbeutel geleert wurde, hatte der küster ein paar scheine locker gemacht und ein kreuz geschlagen mit der bitte um verständnis > eine versündigung der not gehorchend > schlich der beelzebub auf seinem hinkebein in die sakristei hinein ~ lose schrieb er eine entschuldigung auf das pergamentpapier > was nicht hätte passieren dürfen > es brach der blutgetränkte federkiel im stück ent zwei > das löschblatt versagte den dienst, und der fleck kam nicht von der stelle > > >
auch die tränen der madonna vom schwarzen rosenkranz verfehlten ihre sonstig bewährte wirkung > nur der bocksbeinige wurde etwas blasser um die nase > schnell schluckte er eine knoblauchpastille, von denen er im beutel einen reich an vor rat für nicht vorgesehene fälle bei sich führte: vor der ist man auch nirgendwo sicher! sandte er einen fluch gegen das heilige wandbild des san sebastian > der sich in seinen qualen krümmte >S< und > > >
siehe da! die kerzen fielen vom altar > die orgel spielte das ave maria, und der küster verschwand, ohne das absehbare ende abzuwarten durch die hintertür ... nur die engel über der  leuchteten und schwebten ~-~-~ all so als wäre nichts geschehen ...
©dherrmann

Die unbekannte Bloggerin

... es heißt doch immer der Blogger ... Soundso, der blogger hat wieder dies und das gebloggt, er oder sie, übrigens auffälligerweise handelt es sich meist um einen er oder grundsätzlich und überhaupt um einen er wird zitiert in den medien als spräche der heilige nepomuk aus verklärten sphären hinter den wolken, der weise graue mann auf dem hügel mir fällt grad der name nicht ein, mahatma die große seele aus dem ersehnten und oft erwähnten nirwana zu uns, dann kommt son schwenk einer dieser irritierenden blitzartigen schnellen schwenks, wie sie heute offenbar auf den filmhochschule als nonplusultra gelehrt werden, und mir jedoch auf meinem kuscheligen sessel zuhause vor dem bildschirm fast die sinne schwinden lassen, und dann guckt der blogger oft so von unten nach oben neckisch aus dem unteren teil meist von rechts nach links über den rand ins wohnzimmer und sagt so was wie: vollabgecheckt leute, oder ich bin das internet und wer bist du, hasen jagen kann jeder auf der lauer liegen nur ich, zur rechten zeit die hand am bügel und du triffst immer, undsoweiter weiter weiter, und ich frage mich zurecht und millionen anderer vieler blogger weltweit warum bin ich jetzt nicht so bekannt wie ein bunter hund, wo ich jetzt nach so vielen jahre, meine blogs in den weit ausgeleierten maschen des netzes wiederfand und zu meinem eigenen erstaunen feststellen MUSSTE, ich hab da manches mal, ohne darüber nachgedacht zu haben, und hätte ich, dann hätte ich es lieber gelassen, manches unwichtige und erwähnenswerte hinter mir zurückgelassen, warte jedoch schon seit tagen mehr als nur vergeblich darauf, von der öffentlichkeit ob verdient oder unverdient, diese differenz spielt auch bei anderen wichtigenommenen keine rolle, wahrgenommen zu werden, als eine neuentdeckung, wenn auch schon älteren datums, eine bloggerin weiblichen ausmaßes, dessen maße wir noch nicht kennen, was daran ja wohl noch das spannendste ist, eine bloggerin wie sie im wahrsten worte im buche steht, buche ist hier fehl am platz, fraglos muss ich dies eingestehen, wenn von allen seiten schon die scharfen winde wehen, und die hunde bellen, und die karawanen ziehen einfach ihrer wege, auch wenn sie in die wüste führen, und so ähnlich wird es mir auch mit dem bloggen ergehen, ich tastature meine leichtgewichtigen worte und ebenso leichtsinnig werden sie davongetragen in den unbeteiligten äther, was sonst auch tät er, und nichts aber auch nichts passiert ... ich warte auf die offenbarwerdung meiner herausragenden bloggerqualitäten, ohne je auch nur annähernd eine ahnung zu haben oder gehabt zu haben, welcher art diese sein könnten, aber wäre es nicht eine möglichkeit, zu guter dinge und zuguterletzt ins gespräch zu kommen meiner ungestillten sehnsucht entsprechend, auch einmal oder mehrere male so gerne im fernsehen zitiert werden, aber eines sage ich euch, falls es je dazu kommen sollte, und ihr könnt beruhigt sein, es sieht alles andere als danach aus, dass ich euch kopfüber aus der unteren ecke des bildschirms mit einem coolen spruch aufwarte, darauf könnt ihr lange warten ... dennoch meine blogs, ich erwähne sie nur am rande, sie sind so existent wie der rote faden, der hier nicht durch den text geführt hat und dennoch ist jemand ihm gefolgt und am ende stehen die adressen zum ermessen eben jenes jeden

Blog 1: http://meer-maid.blogspot.de/
Blog 2: http://oma-ha.livejournal.com/ (rund um Michael Jackson)

fade out



wachs in deinen händen
der brennpunkt hinterließ
ein schwarzes loch
es fraßen sich
die würmer
ins gebein .
das grab war
ausgehoben
noch in jungen jahren
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noch in jungen jahren
wohnt sie bei den toten
die ohne namen schmachvoll
wandeln an verlassenen orten
es rankt empor sich
an der mauer (p)fahl
die buschwind
rose

ein band



von den blauäugigen bis den rotnasigen
erzählt die geschichte einer verlorenen
unschuld in dem ein band
ich gab mein bestes
... die stunde null näherte sich dem ende
als die veröffentlichung
bevor
stand
der autor und die autorin bildeten
gemeinsam ein paar. Trotz gegen
teiliger beteuerungen wurden sie
nicht viel später für den inhalt
verantwortlich gemacht. Danach
kurzer hand
mit dem mäntelchen
der verschwiegenheit zugedeckt
ihre asche in alle vier
winde verstreut

Verbliebene seiten des papiers
einem vorsätzlichen urteil des
oberlandesgerichts zufolge

sei es nicht wert gewesen
beschrieben zu werden

der altpapiersammlung
übergeben

© dherrmann ... darum zur 
vorsicht gemahnt, wer es 
noch nicht wusste, der hat 
es schon erahnt

Desaster!



Blatt für Blatt, Seite für Seite. Vorwärts geht die Reise in eine Handlung von Aderlass, von Fäulnis, von Krankheit, von Blut und Tod, und der Boden verliert an Bedeutung … Agonie, qualvoll bleibt die Nachgeburt in der Wand stecken. Schauriges zeigt sich. Ein Bild voller Grauen. Die Zimmerdecke senkt sich herab, kein Entkommen in den Kellergewölben Moder und Motten wimmeln Maden, und schwammig und feucht blähen sich flatternde Tapeten an brüchigen Mauern, herab wollen Dämonen aus den Kammerecken, weggesperrte, vergessene Spukgestalten aus tausend und einer Nacht, und Nächten und Tagen, die in alten fasrigen Jutesäcken stecken, kriechen über schlüpfrige Pflaster. Keuchender Atem wird hörbar. Duck dich unter der Last der überfälligen Erinnerungen. Schwellen der Zunge im Mund. Klappernde Laute im Nebenzimmer. Schwarze Schatten wie Flügelschlag herabstürzender Raben streifen die Wange! ... DAS Erleben aus zweiter Hand. Der schrecken der Medusa, und windende Schlangen um den Hals ... Das Buch gleitet hinab und glasig fallen Augen aus Höhlen ... ich war in der Hölle! ... Das wahre Leben bestehend aus Mikrowellenherd, eine Urlaubsreise mit dem Billigflieger nach Malle, und Bohneneintopf, wenn es knapp wird, auch KFC hilft manchmal aus der Bredouille und magere Zeiten werden überbrückt. Wenn der Kegelverein einen Ausflug macht, schlagen die Herzen höher. Aneinandereihung ereignisloser Tage und Nächte, Einerlei alltäglicher Begebenheiten, Schöner Wohnen mit Küchenzeilen und der Trottel von nebenan hat wieder die Fußmatte verkehrtherum gelegt. Keine weiteren Höhepunkte. Kleine Szenen einer Ehe runden das Bild. Spiel mit dem Feuer bei Canasta und Rommé, ab da kommt das Abenteuer in die Stuben. Im TV reitet der wilde Mann ohne Kopf, da wütet der Massenmörder mit dem Hackebeil und eine Buchempfehlung der Nachbarin von nebenan ... Da wünscht man sich doch mal ein richtiges Desaster ...
©dherrmann

Warten von Dagmar Herrmann





"Warten" von Dagmar Herrmann nun endlich auch bei Amazon verfügbar. Hat ja auch lange genug gedauert:

https://www.amazon.de/Warten-Dagmar-Herrmann/dp/3981728157/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1483866897&sr=8-1&keywords=dagmar+herrmann

pause und worte



...
in der bahnhofsvorstadthalle
der tee war kalt geworden
schreibunterlage eine kladde
von gestern deutlich der kaffeefleck
auf dem umschlag
umblättern der seiten
einer abgelaufenen
tageszeitung
verhindert der blick ohne aussicht
eine perspektivlosigkeit die
im teeglas sich widerspiegelt
ohne milch und zucker
das getränk war schal
wie im mund die zunge
am gaumen kleben blieb
bis die durchsage über
den lautsprecher kam
auf bahnsteig sieben
ist der verspätete zug
ein ge fahren
wir hatten uns verpasst
es gab keine wiederholung
© dherrmann