Sonntag, 30. September 2018

der heiligen schein


der heiligenschein
am horizont das leuchten
war eine seele


wohin du gingest
das wird wohl niemand wissen
nur spüren den glanz


die blumen blühten
auf dem felde regt sich leben
stille stirbt der tag


schwerer wird der schritt
eine feder fällt vom dach
folge bald dir nach


schauinsland mein lieb
ein baum wächst ohne früchte
doch fest verwurzelt


das herz fand frieden
da ging ich ohne klagen
der baum trug blüten


©dherrmann ... stille sonnentage
mit schatten auf matten augen



vogel seele

Freitag, 30. März 2018

schwarze tinte

schwarze tinte der nacht
eingetaucht beschreibt
leere blütenblätter

über dem hohen mond
verstecken sich sterne
verwehen verträumt lieder


schwer wiegt der tag
im verwaschenen kleid
hängen graue gedanken

seltsame spiele im wind
lauschen kinder im bettchen
auf das flüstern der elfen

© dherrmann ... lauscht
auch ihr in euren weichen
kissen und denkt an jene,
die solche missen müssen

Dienstag, 26. September 2017

der schoß war fruchtbar noch ...


wir aus der nachkriegsgeneration
haben es gehört und gesehen in
der nachbarschaft bei verwandten
wenn sie die alten lieder sangen
wenn der schnaps die zunge löste
wenn der onkel friedrich in die
gute stube trat zum geburtstag
von tante anna auf dem tisch
der selbstgebackene topfkuchen
vielleicht sogar rosinen war schwer
zu beschaffen auch butter und
richtiger bohnenkaffee ... er hob
die hand zum gruß zackig empor
den arm hochgerissen die finger
geschlossen und rief den namen
und noch wussten wir kinder nicht
was es zu bedeuten hatte, verlegenes
stühlerücken, in die seite stupsen
und tante anna tadelnd aber mit
nachsichtigem lächeln: aber onkel
friedrich... und auf der anrichte
das foto von dem gefallenen helden
nach hinten geschoben die schicke
schwarze schirmmütze aus glänzendem
stoff und dem totenkopf um den
rahmen der trauerflor ... aber später
da lernten wir es in der schule aber
man durfte zu hause nicht darüber
reden und immer wieder an den
familienfeiertagen kam der onkel
und das foto stand auf dem büfett
bis tante endlich zu ihrem heinrich
in die heldengruft gesenkt wurde
und ein paar alte kameraden den
kranz mit den reichsfarben nieder-
legten und das lied anstimmten...
sie hatten ihre geschichten erzählt
und das gift in die herzen und köpfe
geträufelt ...
©dherrmann ... und jetzt wieder
einfach zur tagesordnung übergehen

Donnerstag, 7. September 2017

grenzüberschreitend


rote hasen springen
in grasgrünen tapeten
wänden und der himmel
ist blau und sternenklar
schimmern weißgoldene
engel reiten auf
purpurnen rappen
fahlgelbe blitzgewitter
werden von blassblütigen
jünglingen ausgestreut
triumphbogen weiten sich
aus den arkaden sprengen
vergessene dämonen
reißen münder und maul
affen in ekstatischen
tänzen das ruder herum
im wirbel der dunkelsten
krater entblicken eishellen
augen den trümmern
des weltalls von allem
ein wenig geht
unter die haut
zerrt an den haaren
vernetzt mit fahrigen
strichen schwarzweiß
das gesichtsfeld
schweiß dringt aus
den poren fußsohlen
brennen die hand
sucht festen halt
einen unterstand
dein verstand
auf einer reise
deren ausgang
ungewiss ...

© dherrmann

Donnerstag, 20. Juli 2017

oh du mein schrecken



kleine käferlarven quälen die gesindefrau gesine mit ihren steckbeinen im öhr . der feine durchziehfaden eröffnet einen durchzug für das windei , das im reihum mit der tanzmarie einen walzer auf das glühende asphalt legt , das noch höllenheiße hunde mit schwanzwedelnden feudalherren bewachen -während im keller im mausloche tom und jerry lachen und sonst auch schlimme sachen machen im dixieland spielt dazu die kapelle the last way nach tripperary und vater abraham mit sombrero reitet auf weicher welle auf der hinz und kunz auf die schnelle den fliegen bein ausreißen wenn den kalifen storch mit seinen steifen stelzen danach die frösche beißen und neugeborne kinder wie kleine babys weinen und alte greise greinen dann kommt gewiss die stunde und macht in aller munde mit laufmaschen die runde und bringt der kunigunde mit wohlgenuss die kunde von ausklingen der stunde und gießt der hinterhältig weingeist auch noch essig in die wunde , dass alle klammeraffen am ende der geschichte den überschwang mit der diane auf der liane nicht schaffen und in die röhre gaffen wo all die andern laffen erst mal ein tütchen paffen bis alle das jetzt raffen geh ich ein stündchen schlaffen ... mit kissen unter decken kann sich die maid verstecken und ihre schuppen lecken wer kommt mich nachher wecken?©dherrmann